Da das alte animaliter-Lexikonprojekt nun doch ein ewiger Torso zu bleiben droht, weil eben leider nicht so viele Leute mitwirken, wie nötig wäre, soll hier – quasi zum Trost und als Ersatz – ein kleines, aber feines Bestiarium entstehen.

Das neue Konzept

Folgende Entscheidungen prägen die Neukonzeption:

Diese Entscheidungen ermöglichen ein stärker exemplarisches Arbeiten. Das Ziel des Bestiarums ist nämlich ein doppeltes: Es will zum einen das Interesse und die Lust wecken, sich mit dem Tier zu befassen; und es will zum anderen eine erste Übersicht darüber geben, in welchen Kontexten und in welchen Funktionen das Tier jeweils in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters auftritt.

Das Bestiarum hat damit mehr Handbuch– als Lexikoncharakter, indem es ausgewählte Beispiele etwas ausführlicher behandelt, als es ein Lexikonformat erlauben würde.


Übersicht über die Tiere

Die Buttonleiste enthält bereits alle vorgesehenen Tiere.

  • Blau unterlegt sind Tiere, zu denen es bereits fertige Artikel gibt. Diese Links führen zu den Artikeln.
  • Grau unterlegt sind Tiere, zu denen es bereits mindestens Zitat und Steckbrief gibt. Auch diese Artikelteile werden hier verlinkt.
  • Weiß unterlegt sind die Tiere, die erst zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet werden. Diese Buttons sind dementsprechend noch nicht verlinkt.

Jedes Tier erhält nun eine eigene Seite mit jeweils vier Unterseiten. Haupt- wie Unterseiten sind – wie schon die alten Lexikonartikel – nach einem einheitlichen, aber gegenüber dem ursprünglichen Projekt leicht modifizierten Schema aufgebaut:

Derzeit sind folgende 25 Tiere für die Bearbeitung vorgesehen. Jedem der Tiere ist ein Einstiegstext zugeordnet. Dabei wird darauf geachtet, dass nicht nur das Tierspektrum, sondern auch das Textspektrum eine gewisse Breite aufweist:

TierTextGattung
AdlerWolfram von Eschenbach, Willehalm : Vergleich Rennewarts mit dem AdlerkükenKreuzzugsepik
AmeiseUlrich Boner, Der Edelstein : Ameise und GrilleTierfabel
BärNibelungenlied : Siegfrieds BärenjagdHeldenepik
BieneLorscher Bienensegen : Hilfe bei ausgeflogenem SchwarmSegen
DracheOrtnit : Drachen saugen Ortnit aus der RüstungSpäte Heldenepik
EinhornRudolf von Ems, Barlaam und Josaphat : Einhorn als Allegorie in Mann im Brunnen Exempelliteratur
ElefantReinmar von Zweter, Ez ist ein wâc : Schwimmender Elefant vs. watendes LammSpruchsang
FalkeDer von Kürenberg, Ich zôch mir einen valken : Klage über den Verlust eines FalkenFrüher Minnesang
FischHartmann von Aue, Gregorius : Fund des Schlüssels im Bauch des FischesLegendenhafte Erzählung
FlusspferdUlrich von Etzenbach, Alexander : Monströses Flusspferd als Gefahr für Alexanders HeerAntikenroman
FuchsReinhart Fuchs des Elsässsers Heinrich : Einführung des Fuchses ReinhartTierepik
HaseDas Häslein : Hase als prekäres MinnegeschenkMärendichtung
HirschHirsch und Hinde : Neumierter Stabreimvers mit raunendem HirschFragment
HundKonrad von Würzburg, Partonopier und Meliur : Erwerb und Verlust des Hundes SwamFeenroman
LöweHartmann von Aue, Iwein: Iwein rettet den Löwen und wird LöwenritterKlassischer Artusroman
NachtigallWalther von der Vogelweide, Under der linden : Nachtigall als Zeugin eines heimlichen RendezvousMinnesang
PferdReinolt von Montelban : Tod des Ausnahmepferdes BeyartEmpörergeste
RabeMünchener Oswald : Rabe als Brautwerbungshelfer wird vergessen und ist beleidigtSpielmannsepos
SchlangeThüring von Ringoltingen, Melusine : ‚Schlangenfrau‘ Melusine im BadProsaroman
SchwanLohengrin : Schwan als Signum des SchwanrittersSage
SchweinGottfried von Straßburg, Tristan : Marjodos EbertraumLiebesroman
TaubeWolfram von Eschenbach, Parzival : Taubenwappen auf Cundries MantelGralsepik
WalBrandans Meerfahrt : Begegnung mit dem Riesenfisch IasconiusLiterarischer Reisebericht
WolfHerger, Ein wolf und ein witzig man : Schachspielender WolfFrüher Spruchsang
ZiegeKonrad von Stoffeln, Gauriel von Muntabel : Gauriels Bock tötet Iweins LöweSpäter Artusroman

Die Artikel aus dem ursprünglichen Lexikonprojekt bleiben natürlich weiterhin verfügbar (über das Menü oben links oder über die Links aus unserer Übersicht).

Eine ständig aktualisierte Übersicht über die für das Bestiarium berücksichtigten Quellen findet sich im Quellenverzeichnis.

Da der Trierer Server in absehbarer Zeit abgeschaltet werden muss, ist die Bibliographie-Datenbank auf Zotero umgezogen. Man findet sie nun unter dem Link:

https://www.zotero.org/groups/6264967/animaliter_bibliographie/library

Bei dieser Gelegenheit werden wir noch ein wenig aufräumen und umgruppieren. Eine genaue Beschreibung der Datenbank erfolgt zu gegebener Zeit hier.